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Neubau Oscar-Paret-Schule

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Aktuelle Ausschreibungen zum Neubau der Oscar-Paret-Schule

Baggerbiss für den Neubau der Oscar-Paret-Schule

Passend zur Sonne strahlten am vergangenen Freitag auch die Gesichter der offiziellen Gäste, die den ersten Baggerbiss für den Neubau der Oscar-Paret-Schule verfolgten.

Kein Wunder: Nach vielen Jahren der Planung und nach einem intensiven Diskurs ist damit der entscheidende Schritt gemacht, dass die Schule, einst eine der modernsten im Land, wieder einen der vorderen Plätze einnimmt. Denn mit dem Neubau wird auch ein völlig neues pädagogisches Konzept möglich. „Das ist der Startschuss für ein herausragendes Projekt für unsere Stadt“, sagte Bürgermeister Dirk Schaible nach der musikalischen Eröffnung durch die Vokalklasse der OPS. Und gestand: „Es bewegt, sagen zu können: ,Jawohl, jetzt geht‘s los.‘“ Sein Dank ging vor allem an die anwesenden Gemeinderäte, „ohne deren mutige, weitblickende Entscheidung wir heute nicht hier wären.“ Mut gehöre dazu, auch bei manchen kritischen Rückfragen aus der Bevölkerung zu seiner Entscheidung zu stehen.
Das Ja zum Neubau sei aber richtig, so Dirk Schaible weiter: „Aus Ängstlichkeit heraus hat es noch nie eine Entwicklung gegeben.“ Den Entschluss hatten die Räte mehrheitlich am 5. Juli 2018 gefasst.

Der frühere Gemeinderat Karl Rendle sei es gewesen, der ursprünglich den Anstoß gegeben habe, neu zu bauen statt die 44 Jahre alte Schule zu sanieren, erinnerte Dirk Schaible. „Wir tun das für die Schule, für Lehrer und Schüler zukünftiger Generationen“, betonte der Rathauschef. „Damit sichern wir die Bildungszukunft unserer Kinder und bauen ein Stück Zukunftsfähigkeit für die Entwicklung des gesamten Stadtzentrums“. Denn mit dem Schulneubau wird auch der Weg frei für eine umfangreiche Neugestaltung des Zentrums. Die Vorarbeiten für das Projekt, die Erstellung neuer Kanäle und Leitungen für den Schulneubau in der Württemberger Straße, die seit Freitag wieder befahrbar ist, sind bereits abgeschlossen.
Der „Geist der alten Oscar-Paret-Schule“, wie es Dirk Schaible formulierte, solle auch im Neubau fortgesetzt werden: das Miteinander verschiedener Schularten. Was sich im alten Gebäude jedoch nicht vollständig verwirklichen ließ, wird nun dank des Konzepts von „Lernhäusern“ auch architektonisch umgesetzt. Statt die Schularten räumlich voneinander zu trennen, sind die Lernhäuser nach Jahrgangsstufen gegliedert. „Das ist hochmodern und ermöglicht die Integration aller“, zeigte sich der Bürgermeister überzeugt. Das Konzept wurde in enger Abstimmung mit der Schule entwickelt. Auch die Schüler hatten in wesentlichen Punkten ein Mitspracherecht, worüber sich die Schulsprecherin Charlotte Roßkopf in ihren Dankeswor-
ten freute. Auch der ehemalige stellvertretende Schulleiter Herbert Geissbauer, der jetzt im Freundeskreis der OPS engagiert ist, zeigte sich sehr angetan von der Idee: „Die Schule ist einst nach den modernsten pädagogischen Gesichtpunkten gebaut worden, hatte dann die ,Rote Laterne‘, und jetzt wird sie wieder ganz vorne dran sein. Darauf bin ich stolz“, sagte er im persönlichen Gespräch.
Auch die stellvertretende Leiterin der gesamten Schule, Diana Hoffmann, die für den erkrankten René Coels einsprang, zeigte sich „erleichtert und dankbar“. Darüber, dass die Gemeinderäte die schwierige Entscheidung gefällt hätten, die für die Stadt große Konsequenzen hätte.
Und darüber, dass die viele Arbeit, die auch das Kollegium in die Planung gesteckt habe, nun Früchte trage. „Die neue Schule mit Ganztagesschule und Digitalisierung ist ein Vorreitermodell für Schulen in ganz BadenWürttemberg und trägt uns in die Zukunft“, zeigte sie sich überzeugt. „Hier wird keiner aussortiert, alle lernen gemeinsam, und ein unkomplizierter Wechsel zu einer anderen Schulart ist möglich.“ Ihr Dank ging aber auch an die Bürger dafür, dass man sich trotz mancher Kritik alles in allem auf ihre Unterstützung verlassen könne.
Rund 81 Millionen kostet der Schulneubau, zu dem auch eine neue Sporthalle, ein Parkdeck in der Schule und die Anlage der Freiflächen hinter der Schule gehören, etwa fünf Millionen sind für Maßnahmen für eine verbesserte Infrastruktur im Zentrum kalkuliert. Zudem entsteht ein Regenrückhaltebecken. Von den Kosten für den Schulneubau erhalte man 20 Millionen als Zuschuss vom Land, weitere 20 Millionen seien Eigenmittel, da man bereits seit einiger Zeit Rücklagen gebildet habe, erklärte der Beigeordnete der Stadt, Stefan Kegreiß. Für den Rest sei ein Darlehen nötig. Eventuell, so hofft er, würden sich aber auch die umliegenden Gemeinden beteiligen, aus denen viele Kinder und Jugendliche kommen, die die OPS besuchen: „Im Bereich der Gemeinschaftsschule haben wir zwei Drittel auswärtige Schüler, bei den anderen Schularten sind es etwa vierzig Prozent.“ Ungewöhnlich für ein Bauprojekt dieser Größe ist es, dass ein großer Teil des Erdaushubs an Ort und Stelle wieder verwendet wird, unter anderem für den Hang, der steiler wird als bisher und so gleich eine Schallschutzfunktion hat. „Und er wird auch wieder bepflanzt - mit alten Obstbaumsorten“, versicherte Bürgermeister Dirk Schaible, der den symbolischen ersten Baggerbiss persönlich vornahm.

Zur Grundsteinlegung ist die gesamte Öffentlichkeit eingeladen. Sie findet am 19. Juli, dem Freitag des Bürgerfestes, statt.

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