Stadt Freiberg am Neckar

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Plastiktütenfrei - Wir sind dabei!

Seit letzten Freitag haben wir Deutschen die Menge an Ressourcen ausgeschöpft, die uns laut Global Footprint Networks für das Jahr 2019 zur Verfügung stehen. Ab jetzt schöpfen wir also aus dem „Vorrat unserer Kinder“. Um ein Zeichen gegen diese Entwicklung zu setzen, unterstützt die Stadt Freiberg die Aktion „Plastiktütenfrei –Wir sind dabei“, die Anja und Mathias Horn als Folgeprojekt der Aktion „Das Paradies ist noch zu retten“ initiiert haben. Gemeinsam mit möglichst vielen Akteuren wollen wir erreichen, dass auf dem Freiberger Wochenmarkt möglichst viele Kunden eigene Taschen und Behältnisse mitbringen, um plastikfrei einzukaufen und dass auch in vielen Freiberger Läden verpackungsarm und plastikfrei eingekauft werden kann und dass wir insgesamt alle zur Vermeidung von Plastikmüll beitragen.
Zum Start des Plastikfreien Wochenmarktes werden an den Marktständen Stofftaschen mit dem Tütenfrei-Logo ausgegeben. Die Stofftasche ist biologisch abbaubar und vor allem mehrfach verwendbar. Bewusst wurde die Menge der Taschen begrenzt, dann das Ziel der Initiative ist nicht nur, Plastik durch andere Materialien zu ersetzen, sondern auch bewusst Verpackungen zu reduzieren. Jede Neuproduktion verbraucht Rohstoffe und Energie. Wenn wir den Klimawandel und die Vermüllung der Erde bremsen möchten, müssen wir wieder lernen, Vorhandenes besser auszunutzen und wiederzuverwenden.

Nähaktion: Aus Alt mach Neu – Umdenken und Umnutzen

Unterstützung findet die Aktion bereits auch in der Bürgerschaft. Die 87-jährige Frau Straß kam auf die Initiatoren zu und erzählte Ihnen, dass es früher selbstverständlich war, Löcher zu flicken, Plastiktüten auszuwaschen, Geschenkpapier wiederzuverwenden und aus den Resten in der Küche eine neue Mahlzeit zu kreieren, statt alles wegzuwerfen. Sie näht seit Jahren wiederverwendbare Stofftaschen, z.B. aus den alten Hemden ihres Mannes – übrigens: mehr als eine Million Tonnen an Kleidung landet in Deutschland pro Jahr im Müll. Quelle: StZ. Ihre Idee für die Upcycling-Taschen wird nun auch auf dem Wochenmarkt aufgegriffen. So findet am Samstag, 4. Mai während des Marktes auch eine Nähaktion statt. Unter dem Motto „aus Alt macht Neu“ werden drei Näherinnen vom Kreativlabor aus alten Stoffen besondere Einkaufstaschen nähen. Wer alte große Stoffe zur Verfügung stellen möchte, bringt sie gerne vorbei. UpcyclingIdeen retten nicht nur wertvolle Produkte vor der Tonne, oft entstehen besondere Lieblingstücke, deren Reiz
in der Individualität und der Geschichte des Materials liegt. Deshalb macht Umnutzen nicht nur ein besseres Gewissen als Wegschmeißen, sondern einfach auch mehr Spaß. Wer mag, probiert‘s am Samstag aus. Jeder, egal ob klein oder groß, darf selbst den Platz an der Nähmaschine einnehmen und sich unter Anleitung eine individuelle Einkaufstasche nähen. An einem Infostand besteht außerdem die Möglichkeit, sich über das Thema Plastikmüll und seine Folgen zu informieren.

Musical der Flattichschule am Mittwoch, 8. Mai um 9.00 Uhr auf dem Wochenmarkt

Auch die Flattichschule unterstützt die Aktion. So verteilen am kommenden Samstag Schülerinnen und Schüler der Flattichschule wiederverwendbare Tüten und sogenannte Reminder an die Marktbetreiber und Bürger, um an das Mitnehmen von eigenen Taschen zu erinnern und um zum Mitmachen beim Tütenfreien Einkauf zu motivieren. Um auf das Problem aufmerksam zu machen, präsentieren Schülerinnen und Schüler der Flattichschule außerdem am Mittwoch, 8. Mai auf dem Wochenmarkt Lieder aus einem eigens zum Thema Umweltschutz und Müllvermeidung einstudierten Musical.
Auch im Rahmen ihres Projekttages zum Thema Umweltschutz und Müllvermeidung haben sich die Schülerinnen und Schüler Gedanken zum Thema gemacht. Sie haben Bilder gemalt und Botschaften an die Erwachsenen formuliert. Auch ein Interview mit Frau Straß entstand in diesem Zusammenhang.

Interview

Freudig und gespannt warteten die Kinder der 3b am Montagmorgen auf die Ankunft von Frau Straß. Bis Anna und Levi sie schließlich um 10.30 Uhr wie vereinbart vom Schulhof ins Klassenzimmer heraufholten. Es war mucksmäuschenstill als Frau Straß endlich in der Klasse erschien und dann im Chor begrüßt wurde. Anschließend nahmen die beiden „Reporter“ sie mit in den Nebenraum, wo schon ein Tisch mit Blumen und Aufnahmegerät bereitstand. Und los ging‘s:

Hallo Frau Straß, wir sind Anna und Levi und sind beide aus der 3b der Flattichschule und haben heute die große Ehre, Sie interviewen zu dürfen. Wie sind sie auf die Idee gekommen, aus den alten Hemden ihres Mannes Taschen zu nähen?
Antwort: Meine Schwester hatte mir eine Stofftasche geschenkt und so kam ich auf die Idee, selber welche zu nähen.
Wie lange brauchen sie um eine Tasche zu entwickeln? 3–4 Stunden.
Und wann wussten Sie, dass sie Umweltschützerin werden wollten? Eigentlich schon ziemlich lange.
Was können wir gegen die Umweltverschmutzung tun? Sehr viel. Zum Beispiel den Müll richtig trennen.
Was sagen Sie zu den Autos? Man sollte schon zu Fuß gehen und nur für längere Strecken Autos verwenden.
Reisen Sie gerne? Schon gerne, aber eher mit der Bahn und lieber nicht mit dem Flugzeug, das schont die Umwelt.
Wie stellen Sie sich unsere Erde in 25 Jahren vor? Hochentwickelt. Wir müssen mehr Radwege bauen.
Wie war es vor fünfzig Jahren ohne Plastik? Wir sind mit Tüten und Taschen in den Laden gekommen.
Was war ihr Lieblingsfach? Ich konnte nicht richtig lernen, weil Krieg war.
Waren Sie gut in der Schule? Ja, ich war gut in der Schule.
Wenn Sie die Möglichkeit hätten sich an mehrere Menschen zu wenden,  wie würde ihre Botschaft lauten? Dass wir mit mehrmals verwendbaren Tüten oder/und Taschen und Schüsseln einkaufen gehen sollten!
Gibt es in Deutschland Gesetze, die für die Umwelt sorgen? Na ja, sie kommen noch, doch das braucht Zeit.
Wir bedanken uns herzlich für das Gespräch und die selbstgenähten Stoffbeutel, die Sie uns mitgebracht und geschenkt haben!

Anna und Levi 3b, Flattichschule

Diese Botschaften richten die Schülerinnen und Schüler an die Freiberger Bürgerinnen und Bürger: Liebe Freiberger, wir haben Bilder gesehen, dass unsere Welt zunehmend von Müll bedeckt ist und möchten das verhindern!  Zu viel Müll ist für die Umwelt nicht gut und wenn man ihn verbrennt, wird die Schutzschicht der Erde beschädigt.
Wir finden es toll, dass die Stadt im Mai das erste Mal einen plastikfreien Markt anbietet. Mit Baumwolltaschen werden Plastiktüten unnötig.
Ihr könnt gerne helfen, indem ihr kein Plastik mehr kauft oder aus den Verpackungen etwas bastelt. Dann wird es weiter genutzt und landet nicht im Müll. Kauft auch keine Plastikflaschen, sondern Glasflaschen. Und kommt zum plastikfreien Markt!
Annika, Aylin, Katarina und Maikol,  Klasse 3a, Flattichschule

Plastik – Taschen
Plastik – Flaschen
Alles voller Plastik!
Ihr könnt ja helfen,
dann seid ihr Helden.
Wird es verbrannt,
entsteht ein Gas,
das schadet nicht nur dem Gras,
sondern dem ganzen Land.
Kommt zum Markt!

Noemie, Klasse 3a, Flattichschule

Liebe Freiberger/innen, der Plastikverbrauch ist nicht gut für unsere Erde. Am Wochenmarkt wird ab Mai kein Plastik mehr ausgegeben oder benutzt.
Plastik wird, wenn er auf einen Müllplatz liegt nicht verschimmeln, Plastik schadet der Umwelt, Tiere sterben an Plastik, weil sie denken, dass es für sie Futter ist. Tiere im Meeren oder Flüssen können sich in Netzen und in Plastiktüten verheddern, darum sollten wir Plastik sparen! Nehmt auf  den Wochenmarkt oder zum Einkaufen einen Stoffbeutel mit!

Maike, Gabriel, Zeynep und Lukas, Klasse 3a, Flattichschule

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