Stadt Freiberg am Neckar

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Jetzt fehlt nur noch Meister Adebar

Auf Initiative von Elvira Kuhnle-Chmielnicki wurde am Samstag auf dem Dach des Museums im Schlössle ein Storchennest installiert. Die Aktion lockte zahlreiche Besucher an. Das durch Spenden und ehrenamtliche Arbeit finanzierte Nest schenkte die Initiatorin der Stadt.
Am Samstagvormittag war auf dem Unteren Schlosshof in Geisingen ungewöhnlich viel los. Hier wurde einem noch unbekannten Storchenpaar buchstäblich das Nest bereitet. Ein riesiger Kran fuhr vor, außerdem rückte die Höhensicherungsgruppe der Freiberger Feuerwehr an, die Unterstützung von zwei Benninger Feuerwehrleuten aus deren Absturzsicherung erhielt.
Die aufwändigen Vorarbeiten waren bereits in den Wochen zuvor von der Initiatorin Elvira Kuhnle-Chmielnicki und ihrer Gruppe „Freunde des Storchs“ erledigt worden. Jan Mösche hatte ein für das Museumsdach passgenaues Holzgestell gezimmert. „Das hat 4,5 Arbeitstage gedauert“, erzählt der Zimmermeister, der wie alle anderen Beteiligten ehrenamtlich tätig war. Gemeinsam mit dem Architekten Rudolf Block hat er im Schlössle unterm Dach eine Konstruktion zur Befestigung des Gestells gebaut. Dafür wurden vier Durchgangsziegel eingebaut und Metallträger an den Balken verschraubt, nachdem ein Statiker ein Gutachten erstellt und grünes Licht gegeben hatte. Kuhnle-Chmielnicki hat eine Nisthilfe aus Weide geflochten, die auf dem Holzgestell angebracht ist.
Während die Höhensicherungsgruppe ihre Klettergurte anlegte und mit Leitern aufs Dach kletterte, erzählte Elvira Kuhnle-Chmielnicki, wie die ganze Aktion zustande kam. „Mit meinem Enkel habe ich letztes Jahr immer die Störche im Wiesental beobachtet und mich an die Erzählungen der älteren Geisinger erinnert. Bis in die fünfziger Jahre haben die Störche auf dem Kirchendach genistet“, erzählte die Grünen-Stadträtin, die dann im vergangenen Frühjahr im Gemeinderat den Antrag gestellt hat, ein Storchennest in Geisingen zu installieren. Die Kosten schätzte der Erste Beigeordnete Stefan Kegreiß auf 8.500 Euro – die hohen Baupreise machen auch vor Storchennestern nicht Halt. Ob ein Storchennest tatsächlich angenommen würde, konnte die Initiatorin natürlich nicht garantieren. Als Kegreiß nachhakte, ob sie diese Ausgabe bei vager Erfolgsaussicht tatsächlich riskieren wollte, entschloss sie sich zur Eigeninitiative. Statt die Stadtkasse zu belasten, sollte das Storchennest mit Hilfe von Sponsoren und Helfern verwirklicht werden. Es gründete sich der lose Kreis „Freunde des Storchs“, der Spendengelder sammelte. Vor allem aber konnte Kuhnle-Chmielnicki ehrenamtliche Helfer gewinnen. Ein Gutachten des BUND nannte das Schlössle als geeignetes Gebäude.
Bevor das Nest am Samstag vom Kran in luftige Höhe gezogen wurde, schenkte die Initiatorin es offiziell der Stadt, denn ein von Menschenhand gebautes Nest braucht einen rechtmäßigen Besitzer. Der dritte stellvertretende Bürgermeister Richard Kapfenstein bedankte sich und drückte seine Freude über die Verwirklichung der Idee aus. „Ich muss ja nicht drinsitzen“, fügte er schmunzelnd hinzu.
Und dann war es soweit: Das Nest wurde hochgezogen. Auf jeder Seite des Daches kletterte ein Feuerwehrmann hoch, während hinter den freigelegten Dachluken Rudolf Block und Jan Mösche auf ihren Einsatz warteten. Gemeinsam hängten sie das Nest-Gestell in die Konstruktion ein. Zahlreiche Schaulustige verfolgten das Spektakel. „Hoffentlich gibt es dann bald wieder viele Kinder im Schlosshof“, witzelten die Anlieger Jürgen Krahl und Friedhelm Jorch. „Wir freuen uns, dass wir die Initiative unterstützen können und hoffen, dass sich der Storch jetzt hier niederlässt“, sagte Natascha Fischer, Juniorchefin der Baufirma Fischer, die Kran und Mitarbeiter kostenlos zur Verfügung gestellt hatte. Auch wenn die Unkosten drastisch reduziert werden konnten, reichen die bisherigen Spendengelder noch nicht für die Materialkosten. Hier hofft Elvira Kuhnle-Chmielnicki noch auf weitere Unterstützer, die ein paar Euro in die Spendendose werfen. Ansonsten bleibt es nur noch abzuwarten, ob sich Meister Adebar und seine Frau bei der Rückkehr aus dem Winterquartier ins gemachte Nest setzen. (Beate Volmari)

Die Freunde des Storches bedanken sich ganz herzlich bei allen Unterstützern und Förderer.
Namentlich Dank sagen wollen wir den Mitarbeitern der Stadt Freiberg, der Freiwilligen Feuerwehr, - besonders der Höhenrettungsabteilung, der Firma Fischer (Kran), dem Dachdeckereinkauf, der Firma Raff-und Grund, der Fa Erlus, der Fa WM Fahrzeugteile, dem Statikbüro Sanftmann und dem Orstverband der Grünen.
Wir danken ausdrücklich allen Helfern im Hintergrund und vor Ort und allen Personen, die uns unterstützt haben und dadurch die Aktion erst ermöglichten.
Nicht zuletzt wollen wir uns bei den Zuschauern und den Anwoghnern des Unteren Schlosshofes bedanken, die die Aktion so positiv begleitet haben.
Im Namen der Freunde des Storches
Elvira Kuhnle-Chmielnicki

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