Am 27. Februar öffneten sich die Türen im PRISMA und um 19.00 Uhr begann der musikalische Auftakt, gestaltetet vom Trompetenensemble der Jugendmusikschule Freiberg-Pleidelsheim, den Freiberger Bürgertag 2026.
Ein Blick zurück – und nach vorn
In seiner Begrüßungsrede nutzte Bürgermeister Jan Hambach die Gelegenheit, den Blick zurück und in die Zukunft zu werfen. Er erinnerte an wichtige Projekte des vergangenen Jahres: die neue Bauhofhalle, die Freigabe der Sportanlagen im Zentrum, die Einrichtung eines Jugendbeirats. Zugleich machte er deutlich, dass 2026 ein Jahr erneut viele Themen anzupacken gelte. Die angespannte finanzielle Lage der Kommunen zwinge auch Freiberg zu Einsparungen. Der Gemeinderat habe deshalb ein umfassendes Konsolidierungspaket beschlossen. Dankbar zeigte sich der Bürgermeister für die konstruktive Zusammenarbeit im Gremium: Gerade in schwierigen Zeiten sei es entscheidend, Prioritäten gemeinsam zu definieren und Verantwortung zu übernehmen. Trotz aller Einsparungen bleibe Freiberg handlungsfähig. Investiert werde gezielt – in Pflichtaufgaben und in Projekte mit langfristigem Nutzen. So stehen das geplante Wohngebiet Heutingsheim Süd, die Weiterentwicklung des Stadtzentrums mit einem Investorenauswahlverfahren sowie eine Freiflächen-Photovoltaikanlage nahe der Autobahn auf der Agenda. Mit dem Bau der Energiezentrale am Wasen wird ein weiterer Schritt hin zu einer nachhaltigen Nahwärmeversorgung gegangen. Die neue Grundschule soll noch in diesem Jahr fertiggestellt werden und das im Zeit- und Kostenrahmen. Auch Themen wie Mobilität, Parkraummanagement, Spielplatzkonzept und Kita-Strategie werden konsequent weiterverfolgt. All diese Vorhaben, so betonte der Bürgermeister, seien nur möglich, durch engagierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Verwaltung und städtischen Einrichtungen, die bereit sind, Veränderungen mitzutragen und Verantwortung zu übernehmen. Bürgermeister Hambach sprach über die Frage, was jede und jeder Einzelne zu einer positiven Entwicklung beitragen könne. Engagement sei eine tragende Säule unserer Gesellschaft – doch ebenso wichtig sei eine Grundhaltung des Miteinanders, der Zuversicht und der Veränderungsbereitschaft.
Sonderehrungen – Die fünf neuen Bürgermedaillenträger
Claudia Große, Ivonne Selent, Jürgen Würth, Uwe Luckscheiter und Ralf Dickenbrock wurden für ihr jahrzehntelanges Engagement in der Stadt unter großem Applaus auf der Bühne geehrt.
Claudia Große
Claudia Große begann bereits in ihrer Jugend sich zu engagieren beim Jugendrotkreuz des DRK und unterstützte von Mitte der 1970er Jahre bis zur Corona-Pandemie über fast fünf Jahrzehnte hinweg Blutspendeaktionen – ein stiller, aber unschätzbar wertvoller Dienst an der Gemeinschaft.
Im Vereinsleben des SGV Heutingsheim, später Turnverein SGV Freiberg, wirkte sie 20 Jahre lang als Übungsleiterin im Kinderturnen, baute eine Jungsturngruppe auf und bildete sich bis zur Bundeskampfrichterin im Bereich Tanz, Gymnastik und Turnen weiter. Darüber hinaus sprang sie verlässlich in Frauengymnastikgruppen ein und unterstützte den Verein weit über das übliche Maß hinaus. Auch im Kinder- und Jugendschutz setzte sie Maßstäbe: 16 Jahre lang stand sie als erste Vorsitzende dem Förderverein des Forums für Kinder- und Jugendschutz vor, organisierte Elternseminare und Präventionsprojekte und initiierte konkrete Unterstützungsangebote für Kinder und Jugendliche. In der Jobbrücke Freiberg e.V. begleitete sie zudem über viele Jahre junge Menschen auf ihrem Weg in Ausbildung und Beruf.
Ivonne Selent
Sechzehn Jahre lang führte sie den Turnverein SGV Freiberg e.V. als erste Vorsitzende – bis zur Auflösung des Vereins in 2026. In dieser verantwortungsvollen Rolle gestaltete sie das Vereinsleben maßgeblich und schuf für Generationen einen Ort der Gemeinschaft und Bewegung. Darüber hinaus war sie 25 Jahre als Übungsleiterin im Eltern-Kind-, Senioren- und Frauenturnen tätig. Mit Geduld, Begeisterung und großem persönlichen Einsatz motivierte sie Kinder, Erwachsene und Seniorinnen gleichermaßen und prägte damit das sportliche Leben in Freiberg nachhaltig. Auch über den Sport hinaus übernimmt sie Verantwortung: Seit 2024 engagiert sie sich als erste Vorsitzende des Sozialverbands VdK Ortsverband Freiberg am Neckar und setzt sich dort für die Belange benachteiligter Menschen ein. Selbst in der schwierigen Phase der Vereinsauflösung bewies sie Haltung und Verantwortungsgefühl, indem sie sich dafür einsetzte, dass die Sportlerinnen und Sportler neue sportliche Heimat fanden.
Jürgen Würth oder auch „Büschel“
Seit 2006 leitet Jürgen Würth die Handballabteilung des TuS Freiberg und übernahm von 2019 bis 2023 zusätzlich die Leitung der Ski-Abteilung. In diesen Funktionen setzte er starke Impulse in der Jugendarbeit und war nicht nur organisatorisch tätig, sondern auch selbst als Übungsleiter der Handball-Minis aktiv. Als Geschäftsführer der HSG Neckar, langjähriger Spielleiter und Verantwortlicher für den Spielbetrieb in der Wasenhalle trug er maßgeblich zur Stabilität und Weiter entwicklung des Spielbetriebs bei. Darüber hinaus organisierte er internationale Partnerschaftstreffen und brachte sich bei unzähligen Vereinsveranstaltungen tatkräftig ein. Sein Engagement reicht weit über den Sport hinaus: Ob als Sänger im Konfirmationselternchor, als musikalischer Begleiter beim „Kaffee für alle“ oder als vielfach geehrter Blutspender mit mehr als 100 Spenden.
Uwe Luckscheiter und Ralf Dickenbrock
Uwe Luckscheiter und Ralf Dickenbrock wurden für ihr jahrzehntelanges, außergewöhnliches Engagement für Freibergs Weltrekorde mit der Bürgermedaille ausgezeichnet. Spätestens seit der Rückeroberung des Meilenstaffel-Weltrekords im Jahr 2025 sind ihre Namen in Freiberg untrennbar mit sportlichem Gemeinschaftsgeist Ob Staffellauf 2015, Kinderpendelstaffel 2022 oder der eindrucksvolle Weltrekordtag 2025 – mit großem organisatorischem Geschick, unermüdlichem Einsatz und ansteckender Begeisterung haben sie Tausende Kinder, Lehrkräfte, Eltern, Ehrenamtliche und Unterstützer zusammengebracht. Der Weltrekord mit 1.761 Teilnehmenden und einer Zeit von 15:08 Minuten wurde so zu weit mehr als einer sportlichen Bestleistung: Er wurde zu einem Symbol für Zusammenhalt und Identifikation mit unserer Stadt. Beide motivieren und trainieren Kinder mit Herzblut und schaffen Erlebnisse, die weit über den Moment hinaus wirken. Teamgeist, Selbstvertrauen und Freude an Bewegung stehen dabei ebenso im Mittelpunkt wie der sportliche Erfolg.
Engagement, das Leben rettet und Zukunft gestaltet
Gemeinsam mit Daniel Lang wurden zahlreiche Blutspenderinnen und Blutspender geehrt. Ihr Einsatz geschieht leise, anonym und ohne große Öffentlichkeit – und doch bedeutet jede einzelne Spende für andere Menschen Hoffnung und Leben.
Mit dem Nachhaltigkeitspreis der Stadtwerke wurde anschließend Gabriele Maas, vertreten durch ihren Mann Ralph Maas, geehrt. Sie erhielt den Preis für die Initiierung des Arbeitskreises "Freiberg - frei von Dreck".
Sportlerehrungen – Disziplin, Leidenschaft und Erfolg
Als die ersten Takte von „Es lebe der Sport“ erklangen, war die Bühne frei für die Sportlerinnen und Sportler unserer Stadt. Ob in Mannschaften oder als Einzelsportler – sie alle stehen für Trainingsfleiß, Zielstrebigkeit und Fairness.
Die Gruppen „Cheeky Euphoricks“, „Euphoricks“ und „Euphoricka“räumten auch in dieser Saison ordentlich ab. Die Gruppe „Euphoricks“ bewiesen ihre Spitzenklasse mit einem Auftritt, der Begeisterung und Jubel sorgte. Auch die Solistinnen bewiesen sich dieses Jahr wieder mit ihren Leistungen auf regionaler und überregionaler Ebene.
In der Leichtathletik bewiesen die Athleten der LG Freiberg Martin Hampp, Nils Reuschenbach, Michael Hampp, Thomas Lindenmayer, Steffen Tröscher, Volker Wagenknecht und Uwe Luckscheiter, Timo Starzmann die Oberhand in ihren Disziplinen. Birgit Würth wurde für die eindrucksvolle Leistung, das Sportabzeichen 25 Mal zu wiederholen, geehrt.
Auch im Schützensport erzielt Phillipp Grimm wieder Spitzenerfolge und erhielt sogar den Titel des Deutschen Vizemeisters in der Bundesliga-Saison 2024/2025. Auch im Schwimmsport glänzte Freiberg im letzten Jahr und es wurden Tanja Bartscherer vom SG Glems sowie Maya Werner vom SC Magdeburg für Ihre Erfolge geehrt.
Der „Freiberger Dank“ – Würdigung des Ehrenamts
Im zweiten Teil des Abends rückte mit dem „Freiberger Dank“ das Ehrenamt in den Mittelpunkt.
Dieter Gscheidle vom TuS, Daniel Hanke, Sandra Hermle und Franziska Skrubel vom SV Freiberg e.V. sowie Elke Holoch, Bärbel Matzat und Birgit Reimer vom Turnverein SGV Freiberg e.V. sowie die Organisatoren im Chor Cantaris und die Kursleiter von Bürger für Bürger bekamen den Freiberger Dank für Ihre ehrenamtliche Vereinsarbeit. Claus Meister und Thomas Rotter bekam den Freiberger Dank für ihr Engagement bei der Jobbrücke e.V. und die Begleitung von fünf Jugendliche, die Sie von der Schule ins Berufsleben begleitet haben. Theo Kaufmann erhielt den Freiberger Dank für sein vielseitiges Engagement zur Lesebildung von Kindern, Daniela und Bobby?Eidam sowie Julia und Sven Bölke für die Widerbelebung des Frieberger Bürgerfestlaufs.
Musik als verbindendes Element
Zwischen den Ehrungen setzte der Chor Cantaris einen klangvollen Akzent.. Später betrat Joy Krüger die Bühne, die mit ihrer Teilnahme an „The Voice of Germany“ überregionale Aufmerksamkeit erlangt hat. Ihre Überraschungsauftritt nach ihrer Ehrung mit dem Freiberger Dank war eines der Highlights des Abends.