Stadt Freiberg am Neckar

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Gemeinderat beschließt neue Variante der Fahrradzone ohne Durchfahrtssperre

In der vergangenen Woche hat der Gemeinderat in öffentlicher Sitzung die zukünftig geltende Regelung in der Werner- und Talstraße beschlossen. Nach einer knapp 45 minütigen Diskussion stimmte die Mehrheit der Gemeinderäte für den Vorschlag der Verwaltung, der eine Besserstellung des Fahrradverkehrs vorsieht, aber die direkte Anfahrt der Einrichtungen und Lokalitäten am Wasen und im Wiesental für den Kfz-Verkehr zulässt.
 
Die neue Regelung beinhaltet:
 
·         Dauerhafte Einrichtung der Fahrradzone ohne Durchfahrtssperre
·         Anlieger frei Regelung
·         Installation von Bodenschwellen auf Höhe der Kläranlage
 
Änderungen für den Kfz-Verkehr:
 
Alle Einrichtungen am Wasen sind mit dieser Regelung von der Werner- und der Talstraße aus erreichbar. Dies war während der Testphase der häufigste Kritikpunkt an der Fahrradzone mit Durchfahrtssperre. Auch der Häckselhof kann von Geisingen wieder direkt angefahren werden. Der Durchfahrtsverkehr ist aber verboten. Wer zum Beispiel von Geisingen zum Häckselhof fahren will, darf über die Wernerstraße anfahren. Wer zur Autobahn fahren möchte, muss einen anderen Weg nehmen. In der Fahrradzone gilt durchgehend eine zulässige Höchstgeschwindigkeit von 30 km/h. An der Einmündung Kleinbottwarer Hof bleibt die rechts-vor-links-Regelung bestehen.
 
 Regelung für Fahrradverkehr:
 
Fahrradfahrer dürfen, wie auf anderen für den Radverkehr nicht gesperrten öffentlichen Straßen auch, nebeneinander fahren, wenn sie andere Verkehrsteilnehmer dadurch nicht behindern. Gleiches gilt für Elektro-Kleinstfahrzeuge (umgangssprachlich E-Roller, E-Scooter oder Streetscooter), die die Fahrradzone ebenfalls frei befahren dürfen. Die Anlieger frei-Regelung gilt also nicht für Fahrräder und Elektro-Kleinstfahrzeuge, diese dürfen auch ohne Anliegen durchfahren. Die Führung des Neckartalwegs über den Kleinbottwarer Hof bleibt bestehen. Hier ist auf Grund des verkehrsberuhigten Bereichs besondere Rücksichtnahme auf Fußgänger und andere Verkehrsteilnehmer zu nehmen. Nach Abschluss der Baumaßnahmen an der Mundelsheimer/Benninger Straße wird die Beschilderung dort verbessert. Für Fahrräder gilt in Fahrradzonen der Grundsatz, immer mit einer an die Situation angepassten Geschwindigkeit zu fahren, höchstens jedoch mit 30 km/h. Die Schwellen werden so installiert, dass sie auch Lastenräder und Fahrräder mit Anhänger bequem durchfahren können. Gegebenenfalls können zusätzlich zur Beschilderung noch Fahrbahnmarkierungen aufgebracht werden.

Rad- und Kfz-Verkehr werden beide berücksichtigt

Mit dieser Lösung wurde ein Kompromiss gefunden, bei dem der Fahrradverkehr besser gestellt wurde, bei gleichzeitiger  Berücksichtigung des Kfz-Verkehrs und der direkten Erreichbarkeit der Einrichtungen am Wasen und im Wiesental. Somit wird der Bereich Wasen für die Bürgerschaft als Freizeit-und Erholungsgebiet durch das reduzierte Verkehrsaufkommen und die verbesserte Wegführung aufgewertet.

 
Auswertung der Rückmeldungen
 
Unter der eigens eingerichteten Email-Adresse fahrradzone@freiberg-an.de gingen knapp 300 Nachrichten ein, 201 davon von unterschiedlichen Verfassern. Die Auswertung der zahlreichen Rückmeldungen hat eine überwiegende Ablehnung der Fahrradzone mit Durchfahrtssperre ergeben. Die häufigsten Kritikpunkte waren der längere Weg zum Häckselplatz, die Existenz des parallel zur Dammstraße bestehenden Weges und die Mehrbelastung in anderen Straßen. Die vorgenommenen Verkehrszählungen konnten auf Grund der großen personellen Auslastung durch Corona noch nicht ausgewertet werden. Sie haben durch die Besonderheit der aktuellen Umstände nur eine begrenzte Aussagekraft. Dies gaben auch viele Bürger in ihren Rückmeldungen zu bedenken.
 
48 Bürger sprachen sich für die Maßnahme aus, 127 dagegen. Davon kritisierten 22 die Ausführung der Durchfahrtssperre mittels sogenannter Bischofsmützen. Diese Lösung wurde kurzfristig wegen Sicherheitsbedenken der Polizei installiert und ersetzte die ursprünglich geplante Durchfahrtssperre. Es gab 11 Sachfragen und 16 Mitteilungen ohne Bewertung der Fahrradzone; zum Beispiel mit Verbesserungsvorschlägen zu Radwegen oder anderen Konzepten.
 
In 75 Rückmeldungen wurden die eingeschränkten Anfahrtsmöglichkeiten kritisiert. 21 Mal die unterbundene Durchfahrt, 51 Mal der in der Testphase längere Weg zum Häckselplatz und ebenfalls 21 Mal der längere Weg zu anderen Einrichtungen am Wasen. Hier gab es Mehrfachnennungen. Ebenfalls wurde in einigen Nachrichten die jetzt beschlossene Variante mit Anlieger frei-Regelung und Bodenschwellen vorgeschlagen.

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