Im Rahmen des traditionellen Rettichfestes der Musikverein Stadtkapelle Freiberg am Neckar e.V. (MVF) empfing die Stadt Freiberg am Neckar von Christi Himmelfahrt bis Sonntag Vertreter der Partnerstadt Roßwein zu einer Begegnung im Zeichen der seit 1990 bestehenden Städtepartnerschaft. Die Einladung hierzu war im vergangenen Jahr anlässlich des Besuches zum 45. Schul- und Heimatfest in Roßwein von
Bürgermeister Jan Hambach ausgesprochen worden.
Auf dem Programm standen der Austausch zwischen den beiden Bürgermeistern Hubert Paßehr und Jan Hambach, zwischen Vertretern der Fachbereichsleitungen der Stadtverwaltungen und mit den Gemeinderäten beider Städte. Dabei wurden aktuelle Projekte, die Haushaltslage sowie Infrastrukturthemen und Herausforderungen der rund 7.500 (Roßwein) bzw. 16.000 Einwohner (Freiberg a. N.) großen Kommunen erörtert. Im Anschluss an ein gemeinsames Frühstück am Samstag im Rathaus folgte ein Rundgang durch das Stadtzentrum und eine Fahrt durch die Stadtteile. Die Gäste aus der sächsischen Partnerstadt erhielten so einen Eindruck über historische Gebäude ebenso wie zu den Neubauten der vergangenen Jahre. Besichtigt wurden unter anderem die neue Oscar-Paret-Schule, das Kinderhaus „Die Murmel“, die Amanduskirche, das Alte Schloss in Beihingen sowie der Bereich um die Lugaufhalle, welcher kürzlich als Standort für ein neues Sportvereinszentrum in Kombination mit einer städtischen Sporthalle beschlossen wurde.
Ein weiterer Programmpunkt führte die Delegation am Samstagnachmittag in die Nachbarstadt Bietigheim-Bissingen, wo ein gemeinsamer Spaziergang durch die historische Altstadt mit anschließender Einkehr
stattfand. Neben dem fachlichen und politischen Austausch kam auch die Geselligkeit nicht zu kurz: In lockerer Atmosphäre wurde gemeinsam im Festzelt am Wasen gefeiert – bei Fleischbrot, Hähnchen und natürlich dem traditionellen Rettich. Die Roßweiner Freunde zeigten sich überrascht über die große Zahl an Jugendlichen, die zusammen bei Blasmusik, Wasenparty oder rockigem Sound einer Band im bis zum letzten Platz belegten großen Zelt feierten.
Kontakt auf musikalischer Ebene suchten die Vorsitzende Susan Koinzer und die ebenfalls mit angereiste Kassiererin Martina Schmidt vom Roßweiner Spielleute e.V. zum Vorstand um den 1. Vorsitzenden MVF,
Bernd Kroll. Der Spielmannszug Roßwein ist der älteste seiner Art in Sachsen und richtet am Wochenende 26. Juni 2026 die Landesmeisterschaften der sächsischen Spielleute, Fanfarenzüge und Schalmeienorchester aus. Auch eine kurze Begegnung mit einem früheren Austauschschüler, der in den 90er Jahren zu Besuch bei der Familie des langjährigen Gemeinderats und zeitweise stellv. Bürgermeisters der Partnerkommune, Rico Söhnel in Roßwein war konnte kurzfristig ermöglicht werden.
Auch wenn sich die föderalen Strukturen des Bundesland Sachsen nach der Wende in den 90er Jahren am Beispiel Baden-Württemberg orientiert haben, gibt es einige Unterschiede in den beiden Stadtverwaltungen und den kommunalen Herausforderungen. In Zeiten, in denen manches in Ost und West sich verändert, sind persönliche Begegnungen und der Austausch mit den Verwaltungsmitarbeitenden, politisch Verantwortlichen und der Bürgerschaft des zwischen Dresden, Chemnitz und Leipzig gelegenen Roßweins sinnvoll und sollen auch künftig lebendig gestaltet
werden.
Zum Abschluss des Besuches hat der Stadtrat und Vorsitzende des Dampfmaschinenvereins Roßwein e.V. Enrico Korth alle Freibergerinnen und Freiberger zu den Betriebstagen zum Denkmaltag eingeladen, an
denen die Dampfmaschinen am 12. und 19.09.2026 abwechselnd in Betrieb genommen werden.