Stadt Freiberg am Neckar

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Neubau Oscar-Paret-Schule

Stadt und Gemeinderat haben sich nach einem langen Bürgerbeteiligungsprozess und nach intensivem Austausch mit Experten dafür entschieden, das stark sanierungsbedürftige Gebäude der Oscar-Paret-Schule durch ein neues Schulgebäude an anderer Stelle zu ersetzen und die frei werdenden Flächen einer neuen Nutzung zukommen zu lassen.

Der Neubau bietet die Chance, ein Raumkonzept umzusetzen, das sich ganz nach den heutigen pädagogischen Anforderungen richtet. Insbesondere der Ausbau der Ganztagesbetreuung stellt veränderte Ansprüche an die schulischen Räumlichkeiten. So kann beispielsweise eine,  dem tatsächlichen Bedarf angepasste Mensa integriert  werden. Besonderer Wert soll bei einem Neubau der Oscar-Paret-Schule  auf die Verwendung nachhaltiger Materialien und auf energetische Effizienz gelegt werden.

Wettbewerb zum Neubau der Oscar-Paret-Schule

Am 28.07.2015 wurde in der öffentlichen Sitzung des Gemeinderates der Beschluss gefasst den Wettbewerb für die Oscar-Paret-Schule vorzubereiten. Dies ist in den vergangenen Monaten geschehen. Zusammen mit dem, den Wettbewerb betreuenden Büro Architektur 109 aus Stuttgart, wurde nach den Vorgaben der Verordnung über die Vergabe von öffentlichen Aufträgen (VgV) die Wettbewerbsauslobung erstellt und am 04.08.2016 in öffentlicher Sitzung verabschiedet. Kernstück der Auslobung ist die Beschreibung der Bauaufgabe und das gemeinsam mit den Nutzern erarbeitete Raumprogramm für Schule und Dreifeldsporthalle. Ergänzt mit Hinweisen zu Pausen- und Außensportflächen, der Parkplatzsituation und vor allem auch der energetischen Zielsetzung, die die Stadt Freiberg am Neckar sich für das neue Zentrum vorgenommen hat. Der genaue Wortlaut der vollständig erarbeiteten Wettbewerbsauslobung ist:

Neubau der Oscar-Paret-Schule mit Dreifeldsporthalle, Parkdeck und Freianlagen

Es handelt sich um einen nicht offenen, interdisziplinären Realisierungswettbewerb mit vorgeschaltetem Bewerbungsverfahren.

In einem intensiven 12 stündigen Beratungsprozess hatten die 17 stimmberechtigten Teilnehmer des unabhängigen Preisgerichtes jedes einzelne Modell beurteilt und zunächst überprüft, ob die Aufgabenstellung des Wettbewerbes erfüllt wurde. Vorgabe war es, den zu planenden Schulkomplex mit Parkdeck, Sporthalle und Außenflächen in das vom Gemeinderat beschlossene Städtebauliche Konzept zu integrieren, die Anforderungen und Vorstelllungen der Schulleitung hinsichtlich der Schulorganisation umzusetzen und eine Lösung zu finden, bei der der Schulbetrieb während des Baus ungehindert weiter laufen kann, also keine Containerunterbringung für die aktuell 1600 Schüler der OPS notwendig wird.

Kölner Architekturbüro mvm Starke belegt Platz 1 des Wettbewerbes

Das Preisgericht, zu dem die Vertreter der einzelnen Gemeinderatsfraktionen, Bürgermeister Dirk Schaible und Schulleiter Bernhard Joos sowie erfahrene externe Fachpreisrichter zählten, entschieden sich nach einem intensiven Diskurs mit großer Mehrheit für den Entwurf des Kölner Architekturbüros mvm Starke.

Gründe für diese Entscheidung fasst die Projektleiterin Regina Göhringer so zusammen: „Zum einen nimmt dieser Entwurf das städtebauliche Konzept von Prof. Aldinger mit der Abfolge von Plätzen, die das Zentrum mit der Schule verbinden sensibel auf, zudem berücksichtigt es den Wunsch den Neubau ohne Interimslösung zu realisieren. Vor allem aber sind für die schulischen Belange optimale Grundlagen geschaffen, die im weiteren Verlauf des Planungsprozesses intensiv abgestimmt und optimiert werden“, erklärt sie.

Der Entwurf bietet viele Vorzüge für die Schulorganisation

Eine klare Gliederung und Organisation der verschiedenen Nutzungsbereiche erleichtert das Zurechtfinden in einem großen Schulgebäude wie es der Neubau der OPS werden wird. Der Eingangsbereich und die im Erdgeschoss befindliche Mensa können mit den angrenzenden Musikräumen außerhalb des Mensabetriebes für schulische Veranstaltungen genutzt werden.

Ebenso erreicht man über diesen zentralen Zugang die Schulverwaltung und alle im Erdgeschoss befindlichen Fachklassenräume. Durch eine intelligente Anordnung von Sammlungs- und Fachräumen sind diese mit mehreren Klassenzimmern direkt verbunden und somit flexibel nutzbar.

Jeder Fachklassenraum hat einen direkten Zugang in einen offenen Außenbereich mit Sitzstufen oder einen umschlossenen Außenbereich, einem sogenannten „grünen Klassenzimmer“. Diese Campusstruktur ermöglicht eine optimale Tageslichtversorgung des eingeschossigen Bereiches sowie das Entstehen von Werk-, Experimentier- und Atelierhöfen. Drei „Gebäudearme“ beherbergen auf zwei Stockwerken jeweils einen Jahrgang pro Geschoss.

Für jeden Jahrgang bestehend aus Gymnasiasten, Realschülern und Gemeinschaftsschülern wurde somit ein Rückzugsbereich – „ein Cluster“ - mit Klassenzimmern, Gruppenräumen, Jahrgangsbibliothek, Aufenthaltsbereichen, WC- und Garderobenanlage geschaffen ohne lärmintensiven „Durchgangsverkehr“ anderer Jahrgänge. Der Entwurf kommt mit insgesamt lediglich drei Stockwerken aus. Ein Aspekt, der aufgrund der Autobahnnähe mit entsprechender Schallentwicklung ebenfalls als positiv bewertet wurde. Hinzu kommt die Idee der Architekten, den entstehenden Erdaushub nicht kostenintensiv zu entsorgen, sondern mit diesem, zur weiteren Verbesserung des Schallschutzes, den bereits bestehenden Erdwall zu erhöhen.

Große Chance für die Entwicklung Freibergs

Auch Bürgermeister Dirk Schaible ist von dem großen Potential des Entwurfs überzeugt: „Die Schulorganisation kann mit diesem Entwurf wunschgemäß flexibel umgesetzt und das städtebauliche Konzept optimal entfaltet werden. Wir müssen die große Chance begreifen, die sich hier für unsere junge Stadt bietet“, betont Schaible. „Wir erhalten ein optimal auf den Bedarf der Schule ausgerichtetes und an kommende Entwicklungen anpassungsfähiges Schulgebäude. Es entsteht Raum für neue Geschäfte und Dienstleistungen, für dringend gebrauchten, zentral gelegenen Wohnraum und für begrünte Plätze mit hoher Aufenthaltsqualität in unserem Stadtzentrum“. Dass man solche Entwicklungsmöglichkeiten in Freiberg habe, sei ein großer Vorteil, den man als Zukunftschance nutzen müsse.
Zufrieden mit der Entscheidung des Preisgerichts zeigt sich auch Kämmerer Stefan Kegreiß: „Flächen und Größe der Gebäude des Entwurfs sind nicht überdimensioniert, das wirkt sich positiv auf die Kosten aus. Außerdem entfallen durch den Neubau an anderer Stelle als die alte Schule rund 5 Millionen Euro Kosten für eine Containerunterbringung“. Für die Realisierung des Neubaus sind Kosten von rund 70 Millionen Euro angesetzt.

Nach Abschluss des Wettbewerbes beginnt nun der eigentliche Planungsprozess, für den zunächst ein großes Planungsteam aufgestellt werden muss und bei dem dann in Zusammenarbeit mit Fachleuten, den Architekten und den späteren Nutzern der Neubauten die Details Schritt für Schritt ausgearbeitet werden. Mit einem Baubeschluss ist dann Ende des Jahres oder Anfang 2018 zu rechnen, die Bauzeit wird voraussichtlich zwei bis drei Jahre betragen. Ein Umzug in die neue Schule wäre dann frühestens ab 2021 angedacht.

Die nächsten Schritte

Die Planungen für dieses große Projekt werden nun weiter vorangetrieben. In der Gemeinderatssitzung am 1. Juni 2017 informierte Projektleiterin Regina Göhringer die Mitglieder des Gemeinderates über die bislang erfolgten Schritte sowie die anstehende Vergabe diverser Planungsaufträge. Das Gesamtpaket der Planungsaufträge, das zur Beauftragung vorgeschlagen wurde, umfasst ein Volumen in Höhe von ca. 1,9 Millionen Euro für die ersten drei Leistungsphasen. Ziel ist es, bis Anfang 2018 die Planungen weiter zu verfeinern, damit der Gemeinderat dann einen Baubeschluss fassen kann. Mit dem Bau könnte dann im Jahr 2019 begonnen werden. Der Gemeinderat beschloss die Vergabe an die verschiedenen Planer in dieser Sitzung einstimmig.

Die Präsentation zum Planungsstand des Neubau-Projektes, die in der Gemeinderatssitzung am 01.06.2017 vorgestellt wurde, steht hier zum Download bereit:

Präsentation Neubau Oscar-Paret-Schule, Sporthalle und Parkdeck


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