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Freiberg am Neckar (Druckversion)

Naturdenkmale

Landschaftselemente Freibergs

Naturdenkmale sind meist Einzelobjekte oder kleinräumige Flächendenkmale mit einer Größe von nicht mehr als 5 ha. Diese Landschaftselemente, egal ob Einzelobjekt oder Fläche verdanken ihren Schutz ihrer Schönheit und/oder Seltenheit. Auch können sie von besonderem Interesse für Geologen oder Heimatforscher sein.

Bäume

Bäume sind als Einzelobjekte die wohl häufigsten Naturdenkmale. Davon gibt es in Freiberg leider nur zwei Exemplare im Stadtteil Beihingen und einen Nussbaum (privat) im Stadtteil Geisingen. In Geisingen steht zwar noch eine sehr malerische Kastanie zwischen der Kirche und dem Oberen Schlosshof, die genauso alt wie die Linde in Beihingen sein dürfte, jedoch kein Naturdenkmal ist. Weitere alte Bäume findet man z. B. beim Spielplatz Wasenstraße. Diese Kastanien sind ca. 80 Jahre alt und sehr malerisch. Egal ob Naturdenkmal oder nicht, alte Bäume sind immer erhaltenswert.

Das Faszinierendste ist wohl, dass man Bäumen ihr Alter allein daran ansieht, wie groß und mächtig sie gewachsen sind. Bauwerken sieht man ihr Alter dagegen nur daran an, dass sie in einer bestimmten Zeit auf die eine Art und Weise gebaut wurden oder wie verfallen sie bereits sind. Burgen mit meterdicken Wänden werden heute nicht mehr gebaut. Ab den 1970er Jahren wurde der Werkstoff Beton massiv eingesetzt und heute steht alles im Zeichen der Energieeinsparungen, weshalb besonders gut gedämmt wird und Solaranlagen die Dächer zieren. Dennoch könnte ein neues Fachwerkhaus genauso wie ein 500 Jahre altes Haus wirken und dieses im Nu ersetzen, wenn es jedoch detailgetreu nachgebaut wird. Ebenso werden auch Häuser versetzt und zum Beispiel in einem Museumsdorf wieder errichtet. Bäume können dagegen nicht versetzt werden und es dauert wirklich 500 Jahre bis aus einem Sämling ein solch uralter Baum wird, wie es unsere beiden besonderen Bäume sind:

Linde vor der Amanduskirche
Der Baum wurde in historischen Aufzeichnungen erwähnt und soll 1873 von Konfirmanden gepflanzt worden sein. Natürlich ist die Linde auch recht malerisch.

Eibe auf dem Beihinger Friedhof
Ihren Schutzstatus verdankt diese Eibe ihrem hohen Alter und dem recht mächtigen Stamm. Es handelt sich um ein außergewöhnliches Exemplar, wenn man bedenkt, dass Eiben sehr oft mehrstämmig wachsen. Eiben wachsen vor allem auch sehr langsam im Gegensatz zu anderen Gehölzen wie Eichen oder Linden, die zusammen mit ersteren statistisch gesehen zu den hierzulande wohl langlebigsten Baumarten gehören. Eiben können bis zu 1.000 Jahre alt werden.

Flächendenkmale

Geisinger Seele
Das Geisinger Seele direkt vor den Toren des Stadtteiles Bietigheim-Buch ist der klägliche Überrest eines kleinen Waldsees, der durch eine mit Wasser gefüllte Doline entstanden war. Der Wald erstreckte sich bis zum Schloss Monrepos und hatte einen eher parkartigen Charakter ähnlich dem Ludwigsburger Favorite-Park und diente der königlichen Gesellschaft als Jagdrevier vor der Haustür. Am See selbst stand früher noch ein kleines Jagdschlösschen und die Treiber hatten manchmal die Aufgabe das Wild in den kleinen See zu treiben. Schwimmend konnte es kaum flüchten.

Zum Bau der Eisenbahnlinie, an die heute noch das Landschaftselement "Alte Bahnlinie" erinnert, wurden Eichenstämme für Bahnschwellen in Hülle und Fülle benötigt und der gesamte Wald kurzerhand abgeholzt. Der See stand in der nun überwiegend landwirtschaftlich genutzten Fläche den Landwirten im Wege und wurde von diesen mit allerlei Stoffen und Erden zugekippt. Heute ist daher nur noch ein Gebüsch zu sehen, welches eher ein Mahnmal als ein Denkmal darstellt.

Zum Denken regt es jedoch allemal an. Zum Beispiel darüber, welchen Stellenwert die Natur für uns früher hatte. Heute wären solche Maßnahmen kaum noch vorstellbar.

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