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Schwörer-Trasse

1. Lage und Verlauf

Die "Schwörer-Trasse" beginnt von Pleidelsheim herkommend hinter dem Neckarkanal und verläuft bis zum Neckarwehr parallel dazu. Den Altneckar quert die "Schwörer-Trasse" über ein Brückenbauwerk, das entweder gemeinsam mit dem baulich zu ersetzenden Neckarwehr oder als Einzelbrückenbauwerk erstellt wird.

Im weiteren Verlauf ist die Streckenführung parallel zu den bestehenden Hallen der ehemaligen Firma "Schwörer", nach der auch die Trasse benannt wurde, und schließt an die K 1672 zwischen Freiberg und Benningen mit einem Kreisverkehr an.

2. Streckenlänge

Die "Schwörer-Trasse" hat eine Gesamtlänge von 1.000 m und bei einer angenommenen Fahrbandbreite von 15 m einschließlich der üblichen Nebenanlagen wie Schrammbord oder Begleitgrün eine Gesamtausdehnung (Flächenverbrauch) von 15.000 qm.

Davon ist das Brückenbauwerk einschließlich seiner Anschlüsse mit insgesamt ca. 160 m Länge in Abzug zu bringen. Auch verlaufen etwa 300 m der Strecke im Industriegebiet Neckar, auf bisher schon teilversiegelten Fläche. Ungefähr 550 m der Strecke verlaufen im Bereich zwischen Alt-Neckar und Neckar-Kanal.

3. Kosten, Baulastträger und Planungsstadium

Die "Schwörer-Trasse" wurde 1995 in den Generalverkehrsplanes des Landes Baden-Württemberg aufgenommen. Laut den Untersuchungen des Verkehrsentwicklungsplanes der Stadt Freiberg a.N. ist mit einem finanziellen Aufwand von 6 Mio. Euro zu rechnen. In diesen Kosten ist das notwendige Brückenbauwerk enthalten.

Die Straßenbaulast und somit die Kostenträgerschaft liegt zweifelsfrei beim Land Baden-Württemberg, vertreten durch das Regierungspräsidium Stuttgart. Die Kostenträgerschaft für den notwendigen Kreisverkehr an die K 1672 ist noch nicht abschließend geklärt. Sie liegt entweder beim Land oder beim Kreis Ludwigsburg.

4. Realisierungschance und Einschätzung

Die "Schwörer-Trasse" ist wesentliches "Herzstück" sowohl der Ostumfahrung wie auch der Nordwestumfahrung. Für sich genommen wirkt sich dieser Teilabschnitt auf den Ortskern von Beihingen nur bezüglich der Fahrzeuge, die im Industriegebiet Neckar Start und Ziel ihrer Fahrten haben, entlastend aus. Ansonsten führt die Entlastung der Mundelsheimer Straße in gleicher Höhe zur Belastung der Benninger Straße.

Das Land Baden-Württemberg hat erst in jüngster Zeit die Wichtigkeit und Notwendigkeit der "Schwörer-Trasse" bestätigt, allerdings mit dem Zusatz, wenn durch eine geeignete Ostumfahrung der alte Ortskern des Stadtteiles Beihingen und insbesondere die Ludwigsburger Straße nachhaltig entlastet wird, da, wie bereits ausgeführt, ohne diese flankierende Maßnahme keine wesentliche Entlastung im Kernstadtbereich des Stadtteils Beihingen eintritt.

Da es sich, aus Landessicht gesehen, um eine kleinere Maßnahme handelt, kann davon ausgegangen werden, dass das Land bei erkennbaren Fortschritten bezüglich der Realisierbarkeit der Ostumfahrung seine Zusagen einlöst und diesen Teilabschnitt als Landesstraße realisiert.

5. Vorhandene Schwierigkeiten

Dreh- und Angelpunkt dieses Streckenabschnittes stellt sicherlich das zu erstellende Brückenbauwerk über den Neckar dar. Bereits im Jahre 2003 hat sich die Stadt Freiberg mit dem Wasser- und Schifffahrtsamt der Bundesrepublik Deutschland in Verbindung gesetzt und nach Realisierungsmöglichkeiten eines Doppelbauwerkes (Wehr plus Brücke) gesucht. Daran hat das Wasser- und Schifffahrtsamt grundsätzlich Interesse, sieht aber aufgrund der notwendigen sowohl strömungsdynamischen wie bauplanerischen Vorprüfungen die Realisierung eines Doppelbauwerkes erst im zeitlichen Horizont von 10 bis 15 Jahren (Stand 2005). Darüber hat die Stadt Freiberg bereits in öffentlicher Sitzung am 21.06.2005 berichtet.

Das Regierungspräsidium sieht hingegen ein Doppelbauwerk nicht zwingend als ein zwingendes Kriterium an, sondern würdigt vielmehr die Vorteile, die aus ihrer Sicht Einzelbauwerke hinsichtlich der späteren Wartung, Inspektion und Unterhaltung sowie der Haftungsfragen bieten.

Ein weiteres Problem stellt das vorhandene FFH-Gebiet dar, an dessen Ausläufer ein Teil des Streckenverlaufes entlang verläuft. Die Stadt legt bei ihrer Argumentation für die "Schwörer-Trasse" stets dar, dass durch den Rückbau der bisherigen L1129 nach Pleidelsheim einschließlich der vorhandenen Fahrzeugbrücke die Zerschneidung des FFH-Gebietes aufgehoben wird und so eine qualitative Aufwertung des FFH-Gebietes erfolgt. Dieser Argumentation folgt auch das Regierungspräsidium, das die bisherige Planung der "Schwörer-Trasse" unterstützt.

6. Zusammenfassung

Für sich allein gesehen macht die "Schwörer-Trasse" nur hinsichtlich der Fahrzeugbewegungen von und nach Pleidelsheim, die Start und Ziel im Industriegebiet Neckar bzw. Benningen haben Sinn.

Ansonsten findet lediglich eine Verkehrsverlagerung von der Mundelsheimer Straße auf die Benninger Straße statt. Die "Schwörer-Trasse" macht also nur in Verbindung mit einer Fortführung entweder im Osten oder im Nord-Westen von Freiberg Sinn. Dies sieht auch das Regierungspräsidium so.

7. Politische Entscheidung aus Freiberger Sicht

Der Gemeinderat der Stadt Freiberg hat bereits bei der Anhörung zur Südumfahrung von Pleidelsheim gegenüber dem Regierungspräsidium ausgeführt, dass diese Umfahrung auf Freiberger Markung mit der Umsetzung der in den Generalverkehrsplan aufgenommenen "Schwörer-Trasse" fortgesetzt werden muss.

Auch in jüngster Zeit hat der Gemeinderat sich mit 18:3 Stimmen dafür ausgesprochen, die Planungsüberlegungen sowohl zur Ostumfahrung wie zur Nordwestumfahrung weiter voranzutreiben, deren jeweiliges Herzstück die "Schwörer-Trasse" ist.

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